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Sinnsuchend

Donnerstag, 6. November 2008

So in etwa...

"Bitte höre, was ich nicht sage! Lass Dich nicht von mir narren. Lass Dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache, denn ich trage tausend Masken, die ich fürchte abzulegen. Und keine davon bin ich. So tun, als ob, ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde. Aber bitte, lass Dich dadurch nicht täuschen.

Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich, als sei alles sonnig und heiter in mir, innen wie außen - als sei mein Name Vertrauen und mein Spiel Kühle, als sei ich ein stilles Wasser und als könne ich über alles bestimmen, so als bräuchte ich niemanden.

Aber glaube mir nicht! Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist nur eine Maske. Darunter ist nichts Entsprechendes. Darunter bin ich, wie ich wirklich bin: ängstlich, verzweifelt und alleine. Aber ich verberge das, ich möchte nicht, dass es irgend jemand merkt. Beim bloßen Gedanken an meine Schwäche bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Und deshalb suche ich Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: Eine lässige kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Und dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Wenn ich glauben könnte, dass der Blick verbunden ist mit Angenommensein und Liebe, gäbe er mir die Sicherheit, die ich mir selber nicht geben kann: Das ich wirklich etwas wert bin. Aber das sage ich Dir nicht, denn ich habe Angst davor. Ich habe Angst davor, dass Dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet sein könnte. Ich fürchte, Du könntest gering von mir denken und über mich lachen, und Dein Lachen würde mich umbringen. Ich habe Angst, dass ich tief drinnen in mir selbst nichts bin, und dass Du das siehst und mich abweisen wirst.

So spiele ich mein Spiel, mein verzweifeltes Spiel: die sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen.

Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle Dir alles, was wirklich nichts bedeutet, aber nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit, deshalb lass Dich nicht täuschen von dem, was ich rede.

Bitte höre sorgfältig hin und versuche zu hören, was ich nicht sage, was ich gerne sagen möchte, was ich um des Überlebens Willen rede und was ich nicht sagen kann.

Ich verabscheue dieses oberflächliche Versteckspiel, denn es ist ein unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt und spontan sein können, einfach ich selbst, aber Du musst mir helfen. Bitte strecke mir Deine Hand entgegen, selbst wenn es gerade das letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Jedes mal, wenn Du freundlich und sanft bist und mir Mut machst, jedes mal, wenn Du mich zu verstehen versuchst, weil Du Dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel - sehr kleine Flügel, sehr brüchige Schwingen, aber Flügel.

Dein Gespür, Dein Mitgefühl und die Kraft Deines Verstehens hauchen mir Leben ein. Ich möchte, dass Du das weißt. Ich möchte, dass Du weißt, wie wichtig Du für mich bist: Du kannst die Wand niederreißen, hinter der ich zittere. Du kannst mir die Maske abnehmen. Du kannst mich aus meiner Schattenwelt, aus meiner Angst und Unsicherheit befreien - aus meiner Einsamkeit. Übersieh´ mich nicht. Bitte - bitte übergehe mich nicht. Es wird nicht leicht für Dich sein. Die langandauernde Überzeugung, wertlos zu sein, hat dicke Mauern um mich geschaffen. Je näher Du mir kommst, desto blinder schlage ich um mich. Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie. Aber man hat mir gesagt, dass Liebe stärker sei, als jeder Schutzwall. Und darin liegt meine Hoffnung. Bitte versuche, diese Mauern einzureißen, mit sicheren aber zarten Händen: Ein Kind ist sehr empfindsam.

Wer ich bin, magst Du fragen? Ich bin jemand, den Du sehr gut kennst, denn ich bin jede Frau und jeder Mann, die Dir begegnen können."

Flamme bin ich

Ja, ich weiß, woher ich stamme:
Ungesättigt gleich der Flamme
glühe und verzehr ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle, alles, was ich lasse
- Flamme bin ich sicherlich.

Friedrich Nietzsche
Plöd!

Freitag, 10. Oktober 2008

Gestrudel

Alles strudelt. In mir wirbelts kreuz und quer. Nichts ist klar, nichts ist sicher. Nichts ist und nichts bleibt und was war verschwindet im wirbelnden Sog.
Und außer mir strudelts auch. Vor mir, hinter mir, neben mir, über mir, unter mir und überall, wo ich hangehe und hinschaue.
Ich find mich selber nicht mehr wieder.
Nichts ist greifbar und ich am wenigsten. Ich verliere mich. Ich bin nicht. Ich war nie. Ich werd nie wieder sein.
Ich bin fortgestrudelt worden...

Donnerstag, 9. Oktober 2008

...

"In meinem Leben geht immer alles früher oder später weg; warum also nicht auch die Gefühle? [...] Die Dinge existieren nur, wenn man an ihre Existenz glaubt. Das ist wahr. Ich hab's gelesen. Und ich weiß es. [...] Nur was existiert, kann einem was ausmachen. Und es kann nur existieren, wenn man es existieren lässt."

"Ich war wahrscheinlich einfach dumm. Ich hab wohl nur versucht, irgendwie zu überleben. [...] Indem ich an diese Jahre einfach nicht mehr gedacht habe. Indem ich sie vergessen habe. Genau das hab ich doch getan. Ich hab alles vergessen. Weißt du, ich erinnere mich daran, dass ich vergessen wollte. Ich hab's ganz bewusste getan. Wenn ich zum Beispiel irgendwo neu hingekommen bin [...] hab ich für mich gedacht, so, jetzt fang ich noch mal neu an. Und [...] wenn die anderen mich über früher gefragt haben, hab ich immer nur gesagt, daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Und das ist dann auch so gewesen. Jedesmal war's so, als wär ich neu geboren und alles, was vorher war, wär in einem anderen Leben passiert. Beinahe so, als ob ich das nicht gewesen wäre. [...] Und ich wollte mich nicht daran erinnern, dass ich mal glücklich gewesen war. Ich wollte an die Zeit nicht denken, weil dann hätte ich weinen müssen. Mich an schlimme Dinge zu erinnern, macht mir nie was aus. Ich denke, ach, so'n Scheiß, und basta. Aber wenn ich mich an schöne Dinge erinnere, macht mich das total fertig. Also hab ich dann jedesmal zu mir selber gesagt, nein, tu das nicht. Und nach einer Weile war's vorbei.

(Torey L. Hayden "Meine Zeit mit Sheila (Teil 2))

Freitag, 26. September 2008

ich suche nicht...

„ich suche nicht-ich finde.
Suchen,
das ist Ausgehen
von alten Beständen
und ein Findenwollen
von bereits Bekanntem im Neuen.
Finden,
das ist das völlig Neue
auch in der Bewegung.
Alle Wege sind offen,
und was gefunden wird,
ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis,
ein heiliges Abenteuer.
Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich
Nur jene auf sich nehmen,
die im Ungeborgenen sich geborgen wissen,
die in Ungewissheit,
in die Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln
einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht-
menschlich beschränkt und eingeengt-
das Ziel bestimmen.
Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis,
für jedes neue Erleben im Außen und Innen:
Das ist das Wesenhafte des modernen menschen,
der in aller Angst des Loslassens
doch die Gnade des Gehaltenseins
im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.

(Pablo Picasso)

Mittwoch, 24. September 2008

...

Das Haus lag in Schweigen gehüllt, als käme schon der Tod mit kaum hörbaren Schritten. Sie vermieden jeden Lärm. Alle sprachen leise, Mama verbrachte fast die ganze Nacht in meiner Nähe. Und ich konnte ihn nicht vergessen. Sein Lachen. Seine Redewese. Die Grillen draußem ahmten das Ritsche-Ratsche nach, das er beim rasieren machte. Ich konnte nicht davon lassen an ihn zu denken.
Jetzt wusste ich warklich was Schmerz war. Schmerz war nicht wenn man Prügel bekam, bis man umfiel. War nicht, wenn man den Fuß mit einer Glasschwerbe zerschnitt und ihn dann in der Apotheke genäht kriegte. Schmerz war, wenn das ganze Herz so weh tat, dass man nur noch sterben wollte, ohne irgend jemand davon erzählen zu können. Schmerz war, wenn den Armen der Schwung, dem Denken die Kraft verlorenging und der Wille nicht mehr ausreichte, den Kopf auf dem Kissen zu drehen.


("Wenn ich einmal groß bin", José Mauro de Vasconcelos)

Samstag, 20. September 2008

Flutwellen

Ich war in meiner alten Schule, wie schon in den Träumen davor. Es war komisch. Viele Lehrer kannte ich nicht und die, die ich kannte, die waren ganz anders als früher.
So sprach ich also mit kaum jemandem und ging nur so herum.
Einiges sah anders aus, als noch zu meiner Zeit.
So auch das hintere Treppenhaus, in dem ich irgendwann landete. Es war noch ein weiteres Gebäude dran gebaut worden. Trotzdem war die Tür nach draußen immer noch da.
Dort stand ich und sah auf den viel kleineren Schulhof, als ich ihn noch kannte.

Ein Sturm zog in der Ferne auf und ich erinnerte mich vage, eine Unwetterwarnung im Radio gehört zu haben.
Dann ging alles ganz schnell, das Unwetter war da, es stürmte und schüttete, wie ich es noch nie gesehen hatte.
Von irgendwo her kamen Menschen mit kranken Verwandten, die sie in das Treppenhaus schaffen wollten, damit sie in Sicherheit sind.
Darunter war eine Frau, mit einem rothaarigen kleinen Jungen. Er war ungefähr sechs bis acht Jahre alt und geistig behindert. Sie hatte ihn auf eine Luftmatratze gelegt, die sie durch die Fluten, die sich draußen schon gebildet hatten, hinter sich her zog. Der Wind machte ihr zu schaffen, weil die Matratze immer wieder abtrieb.
Ich rannte raus, um ihr zu helfen, als ich sah, dass der Junge von der Matratze glitt. Zusammen legten wir ihn wieder darauf und ich deutete auf einen Gurt an der Seite. Sie sollte ihn anschnallen!

Der Wind wurde immer stärker, die Wassermassen stiegen. Plötzlich gab es richtig hohe Wellen, die uns gegen die Wand zu drücken drohten. Wir wussten, wir hatten nur einen Versuch, die Matratze durch die Tür ins Treppenhaus zu bekommen.
Bei den alten Leuten, denen ich vor der Frau geholfen hatte, war alles noch vergleichsweise einfach gewesen...

Die nächste große Welle kam mit einer Macht, die uns von den Füßen riss. Aber sie spülte die Matratze mit mir und dem Jungen direkt durch die Tür.
Als wir drinnen waren, zog ich die Matratze noch ein paar Treppen hinauf, damit der Junge in Sicherheit war. Dann wurde mir schwarz vor Augen und ich wurde ohnmächtig.

Als ich erwachte, war alles gespenstisch still. Ich sah, dass von draußen die Sonne durch die Glastür schien.
Neben mir der Junge war schon erwacht und als er sah, dass auch ich wach war, strampelte er wie verrückt und zerrte an dem Gurt. Dabei rief er immer wieder "Mama!! MAMAAAA!!!".
Ich weiß nicht, woher ich es wusste, aber ich spürte, dass seine Mama tot war. Aber das konnte ich ihm doch nicht sagen.

Ich redete ihm beruhigend zu, sagte ihm, dass ich seine Mama suchen gehen würde, aber er müsste ganz ruhig dort liegen bleiben. Er schien zu verstehen, was ich ihm sagte.

Also ging ich nach draußen, um mir ein Bild von der Situation zu machen und auch um zu sehen, ob ich seine Mama nicht doch irgendwo finden konnte.

Draußen standen Polizisten und böse aussehende Soldaten in schwarzen Anzügen.
Auf einen von ihnen ging ich zu. Ich erklärte ihm, dass dort drinnen ein behinderter kleiner Junge war, der seine Mama sucht, die wahrscheinlich tot ist.
Er grinste abfällig. "So? Ein behinderter Junge?!" Er sagte noch irgendwas wie, dass es nicht so schlimm sei und dass der Junge doch eh nichts begreifen würde. Er sei es nicht wert, dass man sich Mühe machte und man würde sich um dieses "Problem" schon kümmern!

Ich erschrak! Sie wollten ihn umbringen, das wusste ich plötzlich. Sie hatten vor, ihn zu erschießen! Das durfte nicht geschehen!!
Und überhaupt, wo waren all die anderen Leute? Die konnten doch nicht alle tot sein... oder doch? Sollten der Junge und ich die einzigen gewesen sein, die diese Katastrophe überlebt hatten?
Sie durften ihn nicht erschießen.

Ich tobte wie eine Furie, schrie und schlug um mich "Laßt ihn in Ruhe, laßt ihn!!" aber der Typ vor mir grinste nur.

Plötzlich stand ein weiterer Mann hinter mir. Er hatte einen weißen Kittel an und schien Arzt zu sein. Ehe ich wusste, wie mir geschah, hatte er mir eine Spritze verpasst. Ich rieb mir die schmerzende Stelle und fühlte, wie mein Körper sich immer betäubter anfühlte und ich müde wurde. Ein letztes Mal versuchte ich zu kämpfen, fand mich aber ganz plötzlich in einer wunderschöner Halluzination mit Farben, Blumen und Hippies wieder.
Wie schön das alles aussah. Ich fühlte mich plötzlich so glücklich... Aber dann verblassten die Bilder und inmitten der Farben erschien plötzlich wieder das Gesicht dieses fürchterlichen Soldaten. Er grinste noch immer.

Sofort fiel mir alles wieder ein, wie konnte er bloß?!!
Aber bevor ich ihn erneut angreifen konnte, verpasste man mir die zweite Spritze und als ich dann wieder erwachte, war der Traum vorbei und ich lag in meinem Bett!

Nie wieder, nie wieder will ich träumen!!
Nicht nur, dass es schon wieder eine Flutwelle war, nein, dieser Junge, diese Leute in Panik, die Leute die gestorben sind...

Ich will nicht mehr schlafen. Und überhaupt, wen trifft es diesmal. Für wen steht die Flutwelle?

Ich will niemanden sehen und hören... aus Angst. Tut mir nicht weh...

Montag, 15. September 2008

Pflaster

Erst vorgestern sprach ich mich gegen das Einzelkämpferdasein aus und bemerkte, wie froh ich bin, dass ich mich dagegen entschieden habe.
Aber trotzdem... es ist doch so, dass Freundschaften unglaublich verletzlich machen. Und wenn man dann noch schnell zu verletzen ist, ist man bald über und über mit Pflastern beklebt...
Normalerweise ist es das wert. Glaub ich. Aber seit vorgestern bin ich doch ein wenig nachdenklich. Hmm...

Nee, es bleibt dabei - Einzelkämpferdasein ist doof.

Trotzdem frage ich mich, wie lange ich mit mir selber noch dieses Spielchen wie jeden Tag im Moment spielen will, bis ich begriffen habe, wie unnötig es doch eigentlich ist...

Mittwoch, 10. September 2008

...

Gehts nur mir so? Oder dir auch?

Freitag, 5. September 2008

So gesehen...

389ja_nein

http://sadiie.twoday.net/stories/5169962/

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Sadiie - 28. Okt, 02:29
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Danke Dir mein Häschen...Danke das Du da bist...
VitaKiss - 21. Okt, 12:52
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Süße, heute bin ich an deiner Seite... wenn...
Sadiie - 20. Okt, 16:10

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Zuletzt aktualisiert: 6. Jan, 16:29

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